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Sommertipps für Eltern und Babys

Sommerzeit ist ReisezeitDer Sommer ist da! Immer mehr Sonnenstrahlen, höhere Temperaturen und lange Abende locken nach draußen: Die Badesaison ist eröffnet – die Grillsaison ebenso, der innere Schweinehund zieht sich zurück: Von Beachvolleyball bis Wasserski lockt ein gigantgisches Sportangebot. Für Babys ist es der erste Sommer Ihres Lebens, und damit gibt es für sie und ihre Eltern viel Neues und Schönes zu entdecken. Damit Mutter und Kind unbeschadet und vergnügt durch den die Sonnentage kommen, haben wir Silke Karanatsios, Hebamme in der Hebammenpraxis Weilerswist und Mutter von vier Kindern gefragt, welche Tipps sie für junge Familien hat, damit Sie den Sommer uneingeschränkt zusammen genießen können.

Bei strahlendem Sonnenschein zieht es uns natürlich nach draußen. Ist die Sonne inzwischen so intensiv, dass man Babyhaut grundsätzlich bedecken sollte, oder tut es auch eine gute Sonnencreme?
Die Babyhaut darf nur ganz vorsichtig der Sonne ausgesetzt werden. Sie müssen sich vorstellen, dass die Haut im ersten Jahr noch keinen Eigenschutz hat. Deshalb empfehle ich im Schatten zu bleiben, z.B. unter einem Sonnensegel oder einem Sonnenschirm. Zusätzlich ist dünne Kleidung auch ein guter Schutz und mineralische Sonnencreme. Andere Sonnencreme würde ich nicht verwenden, denn sie enthält viel Chemie, und das ist schädlich für die Babyhaut, weil sie wie gesagt noch keinen Eigenschutz besitzt.

Je höher die Temperaturen, desto größer die Badelust! Wie alt sollten Babys sein, wenn sie zum ersten Mal ins Freibad oder an den Badesee gehen?
Babys entwickeln erst mit etwa einem halben Jahr ein Unterhautfettgewebe, und deshalb können sie ihre Körpertemperatur nur schlecht halten, deshalb ist Babyschwimmen in den ersten sechs Monaten mit Vorsicht zu genießen, ich würde es eher nicht tun. Danach kann es für Eltern und Babys ein sehr schönes Erlebnis sein, solange es nicht in Stess für die Kleinen ausartet. Das gilt besonders, wenn es laut ist, wie z.B. oft im Freibad.

Wie lange sollten Mütter nach der Geburt warten, bis sie schwimmen gehen?
6-8 Wochen nach der Geburt, solange die Mutter noch im Wochenbett ist, sollte sie sich wirklich Ruhe gönnen und weder ins Schwimmbad gehen, noch in die Sauna. Danach ist schwimmen überhaupt kein Problem.

Lassen sich Schwimmen und Stillen miteinander verbinden?
Aber sicher! Allerdings sollten stillende Mütter berücksichtigen, dass die Muttermilch bei Wärme fließt. Deshalb sind gerade im Freibad oder am Badesee Silikonstilleinlagen sehr hilfreich: Sie tragen sie einfach und unsichtbar unter dem Badeanzug und natürlich auch im Wasser – und weil die Stilleinlagen die Brustwarzen nach innen drücken, stoppt der Milchfluss. Dieses Prinzip ist ziemlich neu – die Firma Theraline ist einer der ersten Anbieter, der es mit den “Mamma Pads” umsetzt. Übrigens haben Silikonstilleinlagen noch einen Vorteil – Sie schützen wunde Brustwarzen im Wasser vor Keimen. Alternativ können die Mütter Ihre Brustwarzen auch schützen, indem sie sie mit Lanolin einreiben.

Die Bikinifigur ist sicher nicht die erste Priorität junger Mütter - aber trotzdem schön. Wie können stillende Mütter am Besten wieder in Form kommen?
Sport ist viel besser geeigent als eine Diät, denn schließlich muss das Kind mit Nährstoffen versorgt werden, und dafür ist eine ausgewogene Ernährung wichtig: Drei Mahlzeiten am Tag, am Besten mit Zwischenmahlzeiten und viel trinken. Bevor die Mütter mit ihrem Sportpogramm beginnen, sollten sie unbedingt Rückbildungsgymnastik machen und zu allererst die seitlichen Bauchmuskeln stärken.

An sich sind Babys bis zum 6. Monat optimal versorgt mit Muttermilch. Gilt das auch bei sehr hohen Temperaturen, oder sollte man dann Wasser dazugeben?
Die Muttermilch ist so zusammengesetzt, dass sie zunächst wässrig aus der Brust kommt, damit das Baby erst seinen Durst stillen kann, und dann im Laufe jedes einzelnen Stillens immer nahrhafter wird. Wenn es sehr heiß ist, sollten die Kinder also häufig und kurz gestillt werden. Zusätzliche Flüssigkeit brauchen sie nicht, aber die Mütter sollten entsprechend viel trinken!

Sommerzeit ist Reisezeit. Ab welchem Alter ist es für Babys empfehlenswert zu verreisen?
Wenn die Kinder etwa 4-5 Wochen alt sind, können sie Kurzstreckenflüge gut verkraften, insbesondere wenn sie etwas zum Nuckeln für den Druckausgleich bekommen. Fernreisen und Babys passen nicht gut zusammen, hier würde ich mindestens warten, bis das Kleine 6 Monate alt ist. Und auch dann hat es wenig von der Reise, und der organisatorische Aufwand ist sehr hoch: Sie brauchen medizinische Versorgung vor Ort, keimfreies Wasser, am Besten die gewohnte Ernährung, und sie gehen ein unnötiges Risiko ein. Ich würde damit warten, bis das Kind die Reise wirklich genießen kann – als Baby ist es doch gerade erst im Leben angekommen.

Was ist beim Reisen mit Babys zu beachten?
Beim Fliegen eben wie gesagt, dass das Baby ein Fläschchen bekommt oder gestillt wird, damit es die Druckunterschiede nicht spührt. Im Auto ist zu beachten, dass ein Kindersitz zwar eine sichere Lösung ist, aber langfristgig keine gute Haltung für ein Baby bietget. Am Besten sollten kleine Kinder nach jeder Stunde im Maxi-Cosi eine halbe Stunde Pause haben.

Haben Sie besondere Tipps für junge Eltern, worauf sie für sich und ihr Kind achen sollten?
Einen ganz speziellen Tipp habe ich nicht – vielleicht: Weniger ist mehr! Laden Sie Ihre Freunde lieber in ihren Garten ein, statt sich im Biergarten zu treffen, ersetzen Sie das Freibad durch ein Plantschbecken und vor allem: Genießen sie die gemeinsame Zeit – so ein erster Sommer ist doch ein wunderschönes Erlebnis!

 
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