|
Folsäure
Wie wichtig ist die Einnahme von Folsäure?
Wissenschaftlich unbestritten ist, dass eine ausreichende
Folsäureversorgung in der Frühschwangerschaft beim
ungeborenen Kind das Risiko für Neuralrohrdefekte, wie einen
offenen Rücken, vermindert. Einige Studien deuten auch darauf
hin, dass frühe Fehlgeburten, eine Schwangerschaftsvergiftung
und eine vorzeitige Plazentalösung bei Folsäuremangel
etwas häufiger sind. Frauen, die eine Schwangerschaft planen,
sollten deshalb möglichst schon einen Monat vor Eintritt der
Schwangerschaft zusätzlich ein Folsäurepräparat
einnehmen, denn der Bedarf ist selbst bei bewusster Ernährung
mit viel grünem Gemüse allein nicht zu decken. Nach der
12. SSW hat die Folsäure zwar keinen Effekt mehr auf das
Neuralrohr des Ungeborenen, denn die Organbildung ist im ersten
Drittel der Schwangerschaft abgeschlossen. Trotzdem ist es nicht
unvernünftig, weiter Folsäure einzunehmen.
Sie ist nämlich ein unverzichtbarer Baustein bei der
Neubildung von Zellen und deshalb an vielen wichtigen Prozessen im
Körper des ungeborenen Kindes beteiligt. Und auch der
werdenden Mutter tut eine erhöhte Folsäurezufuhr gut: Sie
hilft bei der Vermeidung einer Blutarmut (Anämie) und soll
sogar das Risiko für Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
langfristig senken.
Psyche
Kann Stress eine Fehlgeburt auslösen?
Als Schwangere haben Sie das Recht auf Ruhe und Harmonie in
Ihrer Umgebung und das sollten Sie auch mit Nachdruck fordern.
Sowohl körperlicher als auch seelischer Dauerstress vermindern
die Durchblutung des Mutterkuchens und damit die
Sauerstoffversorgung des ungeborenen Kindes. Eine Fehl- oder
später Frühgeburt kann allerdings nur im Extremfall
ausgelöst werden. Ob Sie dafür ein besonderes Risiko
haben, kann nur eine körperliche Untersuchung klären,
etwa die Messung der Zervixlänge im Ultraschall oder eine
CTG-Untersuchung. Wenden Sie sich dazu an Ihren Frauenarzt.
Bei beruflichem Stress besteht als Vorsorgemaßnahme die
Möglichkeit, dass Ihnen von Ihrem Arzt ein individuelles
Beschäftigungsverbot erteilt wird. Sie müssen dann an
einen weniger belastenden Arbeitsplatz versetzt oder ganz
freigestellt werden. In dieser Zeit steht Ihnen das volle Gehalt
zu. Das Beschäftigungsverbot kann so lange bestehen, bis der
gesetzliche Mutterschutz einsetzt.
Sex
Kann Sex vorzeitige Wehen auslösen?
Diese Angst ist sehr häufig, aber unbegründet. Weder
die Bewegungen beim Sex noch die Kontraktionen in der
Gebärmutter beim und nach dem Orgasmus lösen Wehen aus
– außer die Gebärmutter ist sowieso schon
wehenbereit, wie es bei einer verkürzten Zervix und
Frühgeburtsbestrebung oder ganz normal vor der Geburt sein
kann. Im letzteren Fall kann Sex sogar zur natürlichen
Wehenstimulation eingesetzt werden. Sowohl eine
Brustwarzenstimulation als auch ein Orgasmus und Wirkstoffe der
Samenflüssigkeit regen dann die Wehen an und weichen die
Zervix auf.
Ängste
Ich freue mich so sehr auf unser Baby und kann es nicht
abwarten, es endlich im Arm zu halten. Aber jetzt, kurz vor der
Geburt habe ich fast jede Nacht Albträume, dass etwas schief
gehen oder nicht in Ordnung sein könnte. Ist das
normal?
Es hat keinen Zweck, die Angst zu verdrängen. Versuchen
Sie, darüber zu reden! Am besten mit jungen Müttern, die
das Geburtserlebnis noch in frischer Erinnerung haben. Die meisten
erzählen sehr gerne ihre Erlebnisse, denn es ist ihnen ja vor
der Geburt genauso ergangen wie Ihnen jetzt.
Jede Schwangere hat Angst vor der ersten Geburt! Und
Wissenschaftler haben Hinweise darauf gefunden, dass Schwangere mit
Angstträumen leichtere Geburten haben als Frauen, die sich
vorher nicht so intensiv in ihrem Unterbewusstsein damit
auseinandergesetzt haben. Auf jeden Fall sind solche Träume
nicht als Prophezeiung oder böses Omen zu sehen.
Bedenken Sie auch, dass lediglich ein kleiner Prozentsatz aller
Babys mit meist nur geringfügigen Defekten geboren wird, die
sich außerdem in aller Regel gut korrigieren lassen. Und
wiederum nur ein Bruchteil von ihnen hat wirklich schwere
Behinderungen. Außerdem kündigen sich Probleme oft schon
während der Schwangerschaft an. Die allermeisten Kinder kommen
völlig gesund zur Welt.
Tipp: Beruhigend ist es, wenn Sie merken, dass alle
Schwangeren dieselben Ängste haben.
Suchen Sie Kontakt mit anderen Schwangeren! Versuchen Sie auch,
sich mit dem unbekannten vertraut zu machen: Schauen Sie sich das
Vorwehenzimmer und den Kreißsaal an und sprechen Sie mit dem
geburtshilflichen Team.
Autofahren
Was sollten Schwangere beim Autofahren beachten?
In den ersten Wochen sind die meisten Schwangeren extrem
müde und unkonzentriert. Das sind natürlich keine guten
Voraussetzungen zum Autofahren. Oft kommt noch Übelkeit dazu.
Ab etwa dem sechsten Schwangerschaftsmonat sollten Sie sich lieber
fahren lassen, statt selbst zu lenken. Die Bewegungsfreiheit ist
dann oft so eingeschränkt, dass Sie in kritischen Situationen
nicht mehr rasch genug reagieren können.
Das erleichtert werdenden Müttern das
Autofahren:
- Optimal verstellbare Sitze
- Stützkissen gegen Rückenschmerzen
- Höhenverstellbares Lenkrad
- Bequemer Einstieg
- Ausreichend lange Sicherheitsgurte
Piercing
Muss ich mein Piercing in der Schwangerschaft entfernen
lassen?
Ein Bauchnabelpiercing wird vermutlich nur Probleme verursachen,
wenn es noch relativ frisch ist. Wenn sie es schon länger als
ein Jahr haben, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es an
dieser Stelle einen Hautriss und eine Infektion gibt. Achten Sie
aber trotzdem auf Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung,
Juckreiz) und cremen Sie doppelt gut ein, damit die Haut dort
schön elastisch bleibt. Wird es Ihnen unangenehm, muss das
Metall-Schmuckstück entfernt oder durch ein biegsames
Plastikteil ersetzt werden. Beim Ultraschall stört das
Piercing übrigens normalerweise nicht.
|