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Familienplanung - und dann?

Familienplanung - Für die meisten Menschen in Deutschland gehören Kinder zur Lebensplanung dazu. Die Entscheidung, ob und wann man eine Familie gründen will und wie das Leben als Familie gestaltet werden soll, ist dabei allerdings nicht immer ganz einfach und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. „Eltern“ sind bei uns eine recht uneinheitliche Bevölkerungsgruppe, was aus sehr unterschiedlichen Lebensmodellen resultiert: Eltern mit oder ohne Trauschein, alleinerziehende Mütter bzw. Väter mit oder ohne Kontakt zum anderen Elternteil, getrennt lebende Väter, traditionelle Familien mit Ernährer und Hausfrau, abgewandelt traditionelle Familien mit Haupternährer und Zuverdienerin, alternative Familien mit einem Hausmann und einer Ernährerin – das sind nur einige Beispiele.

Dabei haben Frauen und Männer obendrein häufig unterschiedliche Vorstellungen von der Familienplanung. Mit der Geburt eines Kindes werden die Rollen in der Familie neu verteilt. Die Eltern müssen aushandeln, wie sich das Leben der Familie in Zukunft gestalten soll und wer welche Aufgaben übernehmen kann und möchte. Daher ist es hilfreich, wenn sich Paare bereits im Vorfeld der Familiengründung über ein zukünftig denkbares Modell der Arbeitsteilung Gedanken machen. So vermeiden sie, in alte Muster zu verfallen, und beugen späteren Konflikten vor. Es gibt heutzutage zahlreiche Möglichkeiten, die Aufgaben Haushalt, Erziehung und Beruf zu verbinden und vernünftig zwischen den Eltern aufzuteilen, die Tendenz geht hin zu noch mehr Chancengleichheit: die flexible Gestaltung der Elternzeit, unterschiedliche Möglichkeiten der Fremdbetreuung für das Kind, der Anspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem dritten Lebensjahr und die Möglichkeiten der Teilzeitarbeit bieten Eltern heutzutage Gelegenheit, sowohl finanzielle Verantwortung als auch Kindererziehung und -betreuung zu teilen.

Viele Fragen und nicht immer Antworten

Die Rollen von Mann und Frau und die Vorstellung über ihre jeweiligen Aufgaben in der Familie sind in Familienplanung - fütternder heutigen Zeit einem radikalen Wandel unterworfen. Zahlreiche Fragen wurden dadurch aufgeworfen:
Gehört die Mutter zum Kind? – Und wenn ja, wie lange eigentlich? Soll sie möglichst schnell in den Beruf zurück? Und was heißt eigentlich möglichst schnell?
Wie viel „Mutter“ braucht überhaupt ein Kind? … Wo hört die „Glucke“ auf und wo fängt die „Rabenmutter“ an?
Sind Nur-Hausfrauen Relikte von vorgestern?
Emanzipieren sich berufstätige Mütter auf Kosten ihrer Kinder?
Verursacht die Doppelbelastung von Familie und Beruf nicht nur Stress?
Und bezogen auf die Männer: Werden sie als Versorger und Ernährer oder daheim gebraucht?
Sollen sie mit ihren Kindern einen Turm aus Klötzchen oder doch lieber ein echtes Einfamilienhaus bauen?
Wie viel „Vater“ braucht ein Kind?
Ist der Vater in der Erziehung verzichtbar oder unheimlich wichtig?
In welchem Maß sollen sich Väter an der Hausarbeit beteiligen?
Sind Hausmänner nun emanzipiert oder doch nur „Weicheier“?
Ist Vater-Sein für Männer leicht oder schwierig?
Auf all diese Fragen gibt unsere Gesellschaft keineswegs eindeutige Antworten. Deshalb sollten werdende Eltern frühzeitig ihren persönlichen Weg selbst herausfinden.

Frei machen von Erwartungen!

Und noch eine Falle wartet nur darauf, dass man in sie tappt: In unserer Gesellschaft existiert eine nicht ausgesprochene Erwartungshaltung, dass Eltern nach der Geburt eines Kindes „ganz besonders glücklich“ zu sein haben. Die Familie muss ein Hort des ungetrübten Glücks und der Harmonie sein. Materielle oder seelische Probleme passen ebenso wenig wie Gefühle von Unsicherheit, Überforderung, Wut oder Enttäuschung zum Idealbild der „glücklichen Familie“. Eltern versuchen dann oft diesen Idealen gerecht zu werden und sämtliche Erwartungen gleichzeitig zu erfüllen. Das funktioniert meist nicht und endet in völliger Überforderung: Die emanzipierte, berufstätige Supermutter und den fürsorglichen Vorzeigepapa mit gleichzeitiger Bilderbuchkarriere gibt es nicht. Familien sollten sich von diesen Erwartungshaltungen frei machen und unbedingt ihren eigenen Weg finden. Dabei muss nicht immer alles ideal laufen. Wer immer alles richtig machen will, läuft meistens mit dem Gefühl durch die Gegend, schon wieder etwas falsch gemacht zu haben.

Familienplanung - Familie und Umwelt im Einklang

Vätern und Müttern kann es helfen, wenn sie sich von vornherein klarmachen, dass der Eintritt in ein Leben mit Kind nicht nur Gewinn bedeutet, sondern auch mit Verzicht zu tun hat. Verzicht, den man zwar gerne in Kauf nimmt, an den man sich aber erst mal gewöhnen muss. Nach der Arbeit gibt es eben keine Freizeit, sondern Familie. So manche unbeschwerte Freundschaft von früher wird leiden oder sich verändern müssen, weil oftmals das Verständnis für die neue Situation fehlt oder sich Prioritäten verschieben. Anderen Menschen macht manchmal auch die starke Bindung, die in einer jungen Familie oft herrscht, Angst. Gerade das Stillen ist einerseits ein wundervolles und intensives Erlebnis. Es bedeutet für die Mütter aber auch, in einem bisher nicht gekannten Maß rund um die Uhr für jemanden anderes zur Verfügung zu stehen. Der dabei einschneidende Verzicht auf eigene Bedürfnisse wird in dieser Situation oft erst ganz neu erfahren. Es ist zwar wunderbar, mit seinem Kind zusammen zu sein und seine Entwicklung zu verfolgen — Zeit für ausführliche Gespräche oder ein wirklich ungestörtes Liebesleben wird aber rar. Auch wenn es schwer, fällt, es ist wichtig, immer im Gespräch zu bleiben: mit dem Partner und mit anderen. Zu dem neuen Leben mit Kind gehört neben den vielen alltäglichen Veränderungen auch ein Gefühl umfassender und intensiver Verbundenheit. Diese Bindung kann als großes Glück empfunden werden: „Endlich bin ich angekommen. Ich habe meine Lieben gefunden. Wir sind zusammen und ich fühle mich gut“. Dieses Gefühl kann aber auch umkippen:„Irgendwie habe ich meine Freiheit verloren. Ich werde mich nicht mehr bewegen können. Ich hänge fest.“ Paare können einiges dafür tun, dass die familiäre Verbundenheit nicht zu Enge und Unfreiheit führt. Die alten Freiheiten aus der kinderlosen Zeit müssen nicht völlig untergehen. Nach und nach können ganz neue Freiheiten entstehen. Es lohnt sich, diesen Schritt zu gehen — für ein Leben mit Kind.


Mehr Informationen zum Thema Familienplanung erhalten Sie im Internet auf den Seiten der BZgA unter www.familienplanung.de.

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