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Nabelschnurblut als lebensrettendes Medikament für
schwere Erkrankungen nimmt immer mehr an Bedeutung zu.
Nabelschnurblut enthält wertvolle Stammzellen, die bereits
heute weltweit bei der Behandlung von Leukämien oder
Erkrankungen des Immunsystems erfolgreich eingesetzt werden. Doch
das Potenzial dieser Alleskönner ist noch längst nicht
erschöpft. Wissenschaftler im In-und Ausland arbeiten intensiv
mit Stammzellen aus Nabelschnurblut im Bereich der regenerativen
Medizin, um zukünftig allen Er krankten die Chance auf Heilung
zu ermöglichen. Was ist Nabelschnurblut?
Nabelschnurblut ist das Blut aus der Nabelschnur, die das
(ungeborene) Baby mit der Mutter
verbindet. Nach der Geburt wird diese Nabelschnur getrennt –
das Baby wird „abgenabelt“. Ähnlich wie
Knochenmark enthält Nabelschnurblut jedoch zahlreiche
Stammzellen, die als Arzneimittel aufbereitet werden können.
Stammzellen sind die Mutterzellen, sie können sich noch in
jede beliebige Zellart differenzieren. Die heute weit verbreitete
Anwendung dieser Stammzellen ist die Transplantation bei Patienten
mit Leukämien oder Immundefekten.
Was ist eine Nabelschnurblutspende?
Nabelschnurblut steht nur einmal im Leben zur Verfügung
– direkt nach der Geburt des Babys. Zu diesem Zeitpunkt haben
die Eltern die Möglichkeit, das Nabelschnurblut zu erhalten.
Entweder für das eigene Kind oder als Spende und damit als
potenzielle Überlebenschance für alle Betroffenen, die
darauf angewiesen sind.
Wie wird das Nabelschnurblut entnommen?
Die Entnahme des Nabelschnurblutes ist ganz einfach, sicher und
schmerzfrei. Sie dauert weniger als fünf Minuten. Nach der
Geburt und Abnabelung des Babys, wenn es Mutter und Kind gut geht,
wird das Nabelschnurblut aus der restlichen Nabelschnur von
geschultem Klinikpersonal (Arzt oder Hebamme) in einen sterilen
Beutel geleitet. Dieser wird fachkundig verpackt und zur
Herstellung eines wertvollen Arzneimittels weitergeleitet. Dieses
Nabelschnurblut würde andernfalls zusammen mit der Plazenta
vom Krankenhaus entsorgt werden.
Was
passiert weiter mit dem Nabelschnurblut?
Nachdem das Nabelschnurblut entnommen wurde, holt ein Kurier das
Paket ab und bringt es innerhalb von 24 Stunden zum Hersteller.
Dieser wiegt das gesammelte Blut und untersucht es eingehend. Die
Herstellung erfolgt nach strengen Kriterien und Richtlinien, die
vom Paul-Ehrlich-Institut aufgestellt wurden und strikt eingehalten
werden müssen. Kleinste Abweichungen führen bereits zum
Ausschluss. Diese Sorgfalt ist besonders wichtig, da das
Nabelschnurblut später als Arzneimittel zugelassen wird und
einem betroffenen Menschen das Leben retten kann.
Wer bekommt das Nabelschnurblut?
Wenn die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut erfolgreich als
Arzneimittel aufbereitet wurden, wird es in flüssigem
Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius eingefroren
(kryokonserviert). Erst wenn irgendwo auf der Welt ein Patient mit
den gleichen Gewebemerkmalen diese Stammzellen benötigt,
werden sie per Kurier zum Patienten gebracht.
Und wenn die Stammzellen die Qualitätsmerkmale nicht
erfüllen?
Wenn ein Nabelschnurblutpräparat die hohen
Qualitätsansprüche des Paul-Ehrlich-Instituts zur
Herstellung eines Arzneimittels nicht erfüllt, stellt die
Deutsche Nabelschnurblutbank am NKR – Leben schenken dieses
Blut einer universitären Forschergruppe zur Verfügung,
die auf dem Gebiet der regenerativen Medizin arbeitet. Derzeit
kooperieren zehn Teams mit der Deutschen Nabelschnurblutbank.
Projekte sind beispielsweise die Erforschung von Impfstoffen gegen
Hepatitisoder HIV-Erreger, die Erkundung von Möglichkeiten der
Vermehrung sowie der Haltbarkeitsdauer der Stammzellen. Erste
therapeutische Erfolge wurden bereits in der Behandlung des
kindlichen (juvenilen) Diabetes (Typ-1-Diabetes) sowie von
frühkindlichen Hirnschädigungen erzielt.
Was muss ich tun, wenn ich das Nabelschnurblut meines Kindes
spenden möchte?
Werdende Eltern, die sich für die Nabelschnurblutspende
entscheiden, nehmen Kontakt zur Deutschen
Nabelschnurblutbank auf. Dies sollte ungefähr sechs bis acht
Wochen vor der Geburt des Kindes geschehen. Nach einem ersten
Beratungsgespräch am Telefon erhalten die Eltern einen
Anamnesebogen und eine Einverständniserklärung. Beides
muss ausgefüllt und unterschrieben an die Deutsche
Nabelschnurblutbank zurückgesandt werden. Nach den Richtlinien
des Paul-Ehrlich-Instituts gibt es ein paar Kriterien, die eine
Spende ausschließen. Liegen keine Ausschlusskriterien vor,
erhalten die Eltern die Zusage und das Entnahmepaket nach Hause
gesandt.
Alle Unterlagen sowie das Entnahmepaket müssen zur
Entbindung mit in die Klinik genommen werden.
Wann darf nicht gespendet werden?
Ausschlusskriterien sind beispielsweise eine
Mehrlingsschwangerschaft, Komplikationen während der
Schwangerschaft, eine Rhesus-Prophylaxe oder auch
Auslandsaufenthalte in bestimmten Ländern. Auch wer
früher einmal aufgrund einer Erkrankung von der Blutspende
zurückgestellt wurde, sollte sich vergewissern, ob er
Nabelschnurblut spenden kann.
Kann überall Nabelschnurblut gespendet werden?
Jede Spendeklinik muss speziell für die Spende von
Nabelschnurblut geschult sein und eine Erlaubnis haben. Es ist
daher ratsam, auf der Homepage der Deutschen Nabelschnurblutbank
nachzuschauen, ob die Wunschklinik bereits geschult ist. Die
deutsche Nabelschnurblutbank baut ihr Netz an kooperierenden
Spendekliniken jedoch ständig aus und berücksichtigt gern
auch individuelle Wünsche.
Wie teuer ist die Spende?
Die Spende von Nabelschnurblut ist für die Eltern
kostenfrei. Die Kosten für Herstellung, Aufbereitung und
Lagerung übernimmt die Deutsche Nabelschnurblutbank am NKR
– Leben schenken. Die erforderlichen Mittel müssen
über Geldspenden aufgebracht werden. Zur Unterstützung
der Deutschen Nabelschnurblutbank wurde im Dezember 2008 eigens die
Deutsche Stiftung Leben schenken gegründet.
Warum sind öffentliche Nabelschnurblutbanken wie die
Deutsche Nabelschnurblutbank am NKR – Leben schenken so
wichtig?
Allein in Deutschland erkrankt alle 45 Minuten ein Mensch an
Leukämie oder einer anderen bösartigen Erkrankung des
Blutbildenden Systems. Leider kommt trotz der modernen Medizin und
der weltweit vernetzten Datenbanken potenzieller
Blutstammzellspender für jeden fünften Patienten die
Hilfe zu spät. Besonders dramatisch sieht die Situation
für ethnische Minderheiten oder Menschen mit seltenen
Gewebemerkmalen aus. Hier können Präparate aus
Nabelschnurblut Abhilfe schaffen, denn diese haben aufgrund ihrer
besonderen Eigenschaften ein breiteres Einsatzgebiet als
herkömmliche Stammzellspenden erwachsener Spender. Das Ziel
der Deutschen Nabelschnurblutbank ist es, jedem Betroffenen die
Chance zu ermöglichen, geheilt zu werden. Helfen Sie mit,
dieses Ziel zu erreichen: Wenn Ihr Kind gesund und munter das Licht
der Welt erblickt, können Sie gleichzeitig einem erkrankten
Menschen helfen, weiterzuleben. Informieren Sie sich. Spenden Sie
das Nabelschnurblut Ihres Kindes. Freuen Sie sich, wenn eines Tages
auch Ihr Kind zu Ihnen sagt: „Ich bin ein Superheld! Danke,
Mama.“
Buchtipp:
Lisas Flügel
Kleine Engel gibt es auch auf Erden.
Kosten: ca. 12,90€
ISBN
978-3-923976-70-6
Kontakt:
NKR – Leben schenken & Deutsche
Nabelschnurblutbank Norddeutsches Knochenmark- und
Stammzellspender-Register GmbH
Berckhusenstraße 150
30625 Hannover
Telefon +49.511.89 88 88.60
Telefax +49.511.89 88 88.88
E-Mail nabelschnurblut@nkr-mhh.de
www.Deutsche-Nabelschnurblutbank.de
Spendenkonto
Deutsche Stiftung Leben schenken
Sparkasse Hannover (BLZ 250 501 80)
Konto-Nr. 900 346 000
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Die KKH-Allianz unterstützt die Arbeit des Norddeutschen
Knochenmark- und Stammzellspender-Registers. Weitere
Informationen erhalten Sie beim NKR.
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